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Rückblick...

Montag, 12 April 2021 18:08

...auf 20 Jahre Projekte in Afrika. Vor gut 20 Jahren übernahm Ludwig Mülleder aus Dietrichschlag (Gmd. Bad Leonfelden) ein Projekt in Tansania, von dem ihm nicht klar war, welche Wirkungen das auf ihn haben würde. Darüber erzählt Ludwig in diesem Bericht: Heute sind die Beziehungen zu diesen Menschen,...

zu diesem Spital noch immer aufrecht. Es geht zwar in erster Linie um Technik, um Energieversorgung, Strom aus der Sonne oder Wasserkraft, aber in Wirklichkeit sind immer die Menschen gemeint, die dort leben. Es geht darum, die Möglichkeiten, Leben zu gestalten, in dem bescheidenen Rahmen zu verbessern, der mir möglich ist. Dazu ist Technik nur ein möglicher Weg, ein anderer ist die Ermöglichung von Bildung, ein anderer die ganz basale Notwendigkeit, überhaupt zu überleben. Ich habe Einblick bekommen, wie vielfältig und andersartig Leben sein kann. Das hat mein Leben geprägt und verändert. Wenn ich heute zurückschaue, in einer Zeit, in der diese oft spontanen Reisen, manchmal mehrmals pro Jahr, wie aus einer fernen Zeit erscheinen, bin ich dankbar dafür. Vergessen sind die manchmal stundenlangen oder tagelangen Verhandlungen mit dem Zoll, wenn sie Material nicht freigeben wollten, das tagelange unterwegs sein auf miserablen Pisten. Was in Erinnerung bleibt sind die Herzlichkeit der Menschen, ihr Lachen, die Nächte mit einem unvorstellbaren Sternenhimmel, die ich öfter mit Staunen über die Nähe der Sterne anstelle von Schlaf verbracht habe. Zu den Projekten in Tansania kamen im Laufe der Zeit welche in Kenia, Simbabwe, Äthiopien, Guinea. Mich interessierten Projekte, die einer breiten Bevölkerungsschicht zugute kamen. Vor allem Spitäler. Denn auch Buschspitäler brauchen Strom. Eine besondere Herausforderung war es immer, hochwertige Batterien zu bekommen. Am Anfang musste ich diese aus Europa importieren, so ab 2010 waren auch in Afrika Batterien mit akzeptabler Lebensdauer zu bekommen. Zu viele Anlagen hatte ich gesehen, die nach kürzester Zeit (oft bereits nach Monaten) ihren Geist aufgaben. Oft war die Qualität schuld, aber auch die finanziellen Beschränkungen, um Speicher vernünftig zu dimensionieren. Und wenn schon einmal ein Techniker im Spital ist, dann wird das auch genützt. Ich wurde oft ersucht, Geräte im Spital zu reparieren, Ersatzteile zu besorgen. Dabei hilft sehr, wenn man die Kunst der Improvisation beherrscht. Ich habe viele Persönlichkeiten kennengelernt, die mich tief beeindruckt haben. Z.B. den deutschen Arzt Dr. Wolfram Moll, der noch unter Idi Amin in Uganda mit Gewehren im Anschlag aus dem Bett geholt und gezwungen wurde, beim Licht einer Petroleumlampe zu operieren. Oder den amerikanischen Priester und Piloten Pat Patten, der mit 2 Flugzeugen Flying Medical Service betreibt, um in schwer erreichbaren Gegenden auch eine medizinische Versorgung zu ermöglichen. Oder die Tiroler Ärztin Dr. Maria Schiestl, die ihr Leben den Maasai widmete. Zuerst als Lehrerin, dann studierte sie mit etwa 40 Jahren noch Medizin und leitete ein Krankenhaus im Grenzgebiet zwischen Tansania und Kenia, wo sie dann auch verstarb. Oder die britische Ärztin Dr. Margaret McDougald, die sich ihr Spital für gebärende Frauen in Äthiopien erst bauen musste, bevor sie darin operieren und Gesundheitsdienste anbieten konnte.

Weitere Informationen

  • Fotos: Ludwig Mülleder
  • Bericht: Ludwig Mülleder und Hans Filipp
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