Über 208.600 freiwillig geleistete Stunden – Rotes Kreuz Urfahr-Umgebung zieht Bilanz
„Wir machen uns zukunftsfit“ ist das Motto des Roten Kreuzes Urfahr-Umgebung. Der Ausbau zahlreicher Leistungen, Investitionen in moderne Technik sowie Renovierungen und Modernisierungen prägten schon das Jahr 2025 maßgeblich. Bezirksstellenleiter Dr. Paul Gruber und Bezirksgeschäftsleiter Peter Haslinger blickten auf das vergangene Rotkreuz-Jahr zurück und bedankten sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außergewöhnliches Engagement.
„Im Roten Kreuz wirken Menschen, die anpacken, vorausdenken und gemeinsam Herausforderungen meistern“, betont Bezirksstellenleiter Dr. Paul Gruber. „Gemeinsam greifen wir Dinge an, die vor uns liegen – dafür sage ich herzlich Danke.“ Insgesamt engagieren sich 1.563 Freiwillige und 135 berufliche Mitarbeiter:innen in den vielfältigen Leistungsbereichen des Roten Kreuzes – vom Rettungs-, Notarzt- und Katastrophendienst über die Sozialen Dienste bis hin zum Jugendrotkreuz. 208.600 freiwillige Stunden wurden 2025 geleistet.
„Wir brauchen Menschen, die sich engagieren – nicht nur im Roten Kreuz, sondern als Stütze unserer Gesellschaft“, so Gruber.
Bezirksstellenleiter Grubers persönliche Highlights des Jahres 2025:
Großeinsatzübung GEMSIG25: Über 300 Beteiligte stellten bei drei Szenarien ihr Können unter Beweis. Besonders beeindruckend war auch die professionelle Organisation und das Base-Camp in Reichenau.
50-Jahr-Feier in Kirchschlag: Es war eine sehr gelungene Feier mit Sicherheitstag und Ausstellung. Während der Feierlichkeiten kam es in unmittelbarer Nähe zu zwei schweren Unfällen. Die aufgrund des Sicherheitstages anwesenden Einsatzkräfte reagierten sofort und zeigten eindrucksvoll, wie Zusammenarbeit im Ernstfall funktioniert. „Das Miteinander war so erlebbar. Man bekommt hautnah mit, wie die Menschen zusammenarbeit und helfen“, erzählt Gruber begeistert.
Neue Einsatzfahrzeuge: Spezielle Rettungswagen und ein neuer LKW für den Katastrophenhilfsdienst erweitern den Fuhrpark und stärken die Einsatzbereitschaft.
Rettungsdienst: Rund um die Uhr für die Bevölkerung da
Für die rettungsdienstliche Versorgung sorgen 693 Rettungs- und Notfallsanitäter:innen – freiwillig, beruflich, im Zivildienst, Berufsfindungspraktikum oder Freiwilligen Sozialjahr. „Durch das Verbundsystem aus Rettungs- und Notarztdienst ist die Bevölkerung hervorragend versorgt“, erklärt Bezirksgeschäftsleiter und Bezirksrettungskommandant Peter Haslinger. Flächendeckung und schnelle Anfahrtszeiten seien damit gewährleistet.
Die 2024 gestartete Bildungsoffensive zeigt Wirkung: Neben den bestehenden Sanitätseinsatzwagen sind nun drei SEW‑N (Notfall-Sanitätseinsatzwagen) sowie ein Rettungstransportwagen (RTW) mit erweitertem Equipment im Einsatz. Zwei weitere RTW folgen in den kommenden Jahren. Diese Fahrzeuge werden von Notfallsanitäter:innen besetzt, deren Ausbildung in den vergangenen Jahren konsequent intensiviert wurde.
Um die Qualität im Rettungs- und Notarztdienst konstant hochzuhalten, organisieren die Ortsstellen zusätzlich zu den Pflichtfortbildungen und Weiterbildungsangeboten auch Einsatzübungen, Fortbildungen und Trainings.
Seit 2025 unterstützen First Responder in Reichenau, Ottenschlag und Haibach den Rettungsdienst. Rettungssanitäter:innen aus der Region überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzfahrzeuge – ausgerüstet mit speziell ausgestatteten First-Responder-Rucksäcken.
Psychosoziale Erste Hilfe
Die Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes betreuten im vergangenen Jahr 359 Personen – die Einsatzzahlen steigen kontinuierlich. Speziell ausgebildete Kolleg:innen unterstützen zudem bei der Stressverarbeitung nach belastenden Ereignissen.
Hausärztlicher Notdienst
Der HÄND besucht Patient:innen abends und am Wochenende zu Hause, wenn die hausärztliche Praxis geschlossen ist. Erreichbar ist der Dienst wie gewohnt unter 141.
Katastrophenhilfsdienst (KHD)
Bezirksrettungskommando und Schnelleinsatzgruppen bereiten sich ganzjährig auf Großschadensereignisse vor. Im Einsatzfall stehen sie in kürzester Zeit bereit – das benötigte Material wird mittels Anhängern transportiert.
Soziale Dienste
Ältere oder einsame Menschen profitieren von den Angeboten der Sozialen Dienste. Freiwillige Besuchsdienst-Mitarbeiter:innen schenken Zeit und Aufmerksamkeit – ob zu Hause oder im Tagesbetreuungszentrum Kirchschlag.
Die Essen auf Rädern-Teams lieferten 83.290 frisch zubereitete Menüs an 597 Klient:innen. Seit Jänner 2026 versorgt das Rote Kreuz 24 von 27 Gemeinden im Bezirk mit Essen auf Rädern.
„In Vorderweißenbach konnten wir Essen auf Rädern innerhalb von drei Wochen übernehmen – ohne Unterbrechung der Versorgung“, freut sich Gruber.
In den Rotkreuz-Märkten Gallneukirchen und Ottensheim erhalten Menschen mit geringem Einkommen Lebensmittel und Alltagswaren zu symbolischen Preisen. Dank der zahlreichen Spenden bleiben die Regale gut gefüllt. Gemeinsam mit den engagierten freiwilligen Mitarbeiter:innen gelingt es so, Menschen in herausfordernden Lebenssituationen wirkungsvoll zu unterstützen.
Soziale Verantwortung leben
ROKO, der plüschige Helfer, vermittelt schon den Kleinsten den Wert des Helfens. 2025 wurden im Rahmen der Kindergartenbesuche 813 Kinder erreicht – inklusive der beliebten Rettungswagen-Besichtigung.
37 Lesecoaches unterstützten 206 Kinder beim Lesen – ein wichtiges Angebot für junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung.
Insgesamt 218 Kinder und Jugendliche engagieren sich beim Jugendrotkreuz. „Humanität muss vermittelt werden“, betonen Gruber und Haslinger. „Im Jugendrotkreuz wird unser Wertesystem lebendig vermittelt – genauso wie Erste-Hilfe-Wissen.“
Erste Hilfe rettet Leben.
In 85 Erste-Hilfe-Kursen für Führerscheinanwärter:innen, betriebliche Ersthelfer:innen und Privatpersonen bildeten sich über 1.340 Teilnehmer:innen weiter und brachten ihr Wissen auf den neuesten Stand.
Zahlen & Fakten kompakt
Mitarbeiter:innen gesamt: 1.698
Freiwillige gesamt (alle Sparten): 1.563
Freiwillige Stunden gesamt: über 208.600
Rettungsdienst: 28.545 Einsätze, 783.673 km, 139.616 freiwillige Stunden
Notarztdienst: 702 Einsätze, 25.108 km
Essen auf Rädern: 597 Klient:innen, 83.290 Portionen
Rufhilfe: 869 Klient:innen
Mobile Pflege und Betreuung gesamt: 46.973 Hausbesuche
Jugendrotkreuz: 218 Kids, 38 Gruppenbetreuer:innen
Blutspende: 2.663 Spenden bei 36 Aktionen
Weitere Informationen
Text: Silke Pachinger
Fotos: ÖRK















