Mit einem feierlichen Spatenstich startete heute der Bau der neuen Dienststelle des Roten Kreuzes Bad Zell. Das moderne Gebäude wird künftig allen Tätigkeitsbereichen der Ortsstelle, vom Rettungsdienst bis zu den Sozialen Diensten, ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld bieten. Die neue Dienststelle entsteht am westlichen Ortsanfang von Bad Zell. Durch die unmittelbare Nähe zur Ortsausfahrt und zur B124 kann der Großteil des primären Einsatzgebietes künftig noch schneller erreicht werden, ein entscheidender Vorteil, wenn jede Minute zählt.
Mit dem Neubau bekommen die rund 180 Mitarbeitenden eine zentrale Basis und Heimat für all ihre Tätigkeitsbereiche. Der Rettungsdienst sichert von hier aus Rettungs- und Krankentransporte für die Gemeinden Bad Zell, Pierbach und Schönau im Mühlkreis sowie für die angrenzenden Gemeinden. Darüber hinaus ist die Dienststelle einer der beiden Strahlenschutzstützpunkte in Freistadt. Besuchsdienst, Digitaltraining, ROKO und Leseförderung profitieren ebenso von dieser Infrastruktur. Ein moderner Schulungsraum schafft zudem Platz für interne Fortbildungen, Trainings, Blutspendeaktionen und Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung, während das Jugendrotkreuz passende Räumlichkeiten für die humanitäre Entwicklung der nächsten Generation erhält, immerhin engagieren sich in Bad Zell bereits 45 Kinder in den Jugendgruppen. Zahlreiche Ehrengäste setzten den gemeinsam den ersten Spatenstich. Gesundheitslandesrätin LH-Stellvertreterin Mag. Christine Haberlander war es ein persönliches Anliegen, bei dieser Feier dabei zu sein und ihre Wertschätzung auszudrücken. „Diese Wertschätzung wollen wir aber nicht nur mit schönen Worten zum Ausdruck bringen, sondern auch mit Taten. Wir wollen Räumlichkeiten bauen, die sich nicht nur am Leistungsspektrum orientieren, sondern den Ehrenamtlichen auch eine Heimat auf Zeit bieten können. Das Rote Kreuz ist in der Gesundheitsversorgung ein wesentlicher Faktor und steht für gelebte Menschlichkeit, für Zusammenhalt sowie ein starkes Miteinander – Tag für Tag, 365 Tage im Jahr. Ich danke allen, die diesen Weg mitgestalten, und bin überzeugt: Gemeinsam schaffen wir den nötigen Raum für jene, die da sind, wenn Hilfe am dringendsten gebraucht wird.“
Fast 80 Jahre im Dienst der Menschlichkeit
Bereits seit 1948 ist das Rote Kreuz als Organisation in der Marktgemeinde Bad Zell präsent, seit 1966 zudem im Rettungsdienst aktiv. Diese Tradition zeigt sich auch im täglichen Einsatz: 97 Mitarbeitende im Rettungsdienst stellen jährlich rund 2.600 Krankentransporte und Einsätze sicher und legen dabei rund 140.000 Kilometer zurück. Die Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstes bringen Freude und Zuwendung in die Haushalte alleinlebender oder nicht mehr mobiler Mitmenschen. Das Jugendrotkreuz sorgt für die Ausbildung und humanitäre Weiterentwicklung der Jugendlichen.
Rund 25.400 Stunden wurden 2025 freiwillig geleistet.
Warum der Neubau notwendig wurde
Am bisherigen Standort, einem Mietobjekt, war die Ortsstelle räumlich auf mehrere Stockwerke und Bereiche verteilt, was zu massivem Platzmangel führte. Hinzu kam eine kritische Verkehrssituation am Bestandsstandort. Eine energetische Sanierung des bestehenden Gebäudes wäre wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen, zudem entspricht das Objekt nicht mehr den modernen Anforderungen an eine Rettungsdienststelle. Da der Eigentümer überdies eine anderweitige Nutzung des Gebäudes plant, war der Neubau am neuen Standort die naheliegende und zukunftssichere Lösung.
Modern, nachhaltig, barrierefrei
Der Neubau wird in zentralen Punkten neue Maßstäbe setzen: Er entsteht barrierefrei, wird mit einer Photovoltaik-Anlage sowie einer Wohnraumlüftung und Deckenkühlung ausgestattet und erhält einen modernen Schulungsraum. Ausreichend Parkplätze runden das Konzept ab.
Planung; Architekt DI Gerald-Anton Steiner
Bauausführung: WSG
Das Bauvolumen der neuen Dienststelle liegt bei ca. € 4,2 Millionen. Die Finanzierung wird von Land, Gemeinden und Rotem Kreuz gestemmt. Dabei hofft das Rote Kreuz auf die Unterstützung von regionalen Unternehmenspartner und der Bevölkerung.
Die Fertigstellung ist mit Herbst 2027 geplant.
Riesengroße Freude herrscht bei den Rotreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Bad Zell: Ortsstellenleiter DI Thomas Rockenschaub : „Es war nicht nur der heutige Sonnenaufgang ein strahlend schöner, sondern auch dieser Anlass, denn mit dem heutigen Spatenstich geht es los. Stellvertretend für insgesamt 180 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder, die an der Ortsstelle Bad Zell regelmäßig und freiwillig Dienst versehen, sich fortbilden und für die Mitmenschen da sind, sage ich vielen Dank an alle, die diesen Bau ermöglichen. Diese moderne Dienststelle ist nicht nur eine Investition in die humanitäre Sicherheitsarchitektur für den südlichen Bezirk Freistadt und die angrenzenden Gemeinden, sondern auch ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für unser tägliches, professionelles und freiwilliges Handeln zum Wohle der Bevölkerung.“
Text: Silke Pachinger
Fotos: Simon Grasserbauer












