Großübung an der Helfenbergerhütte

Die Feuerwehr Afiesl lud zu einer groß angelegten Einsatzübung bei der Helfenbergerhütte. Die
Übungsannahme: Im Heizraum des Alpenvereinsgebäudes bricht ein Brand aus, während sich
eine Schulklasse mit 16 Personen im Haus befindet. Der Rauch breitet sich rasch aus und nimmt
den Eingeschlossenen die Sicht. Einige Kinder flüchten in Panik über die Fenster, andere
verstecken sich in den Räumen und sind für die Retter zunächst nicht auffindbar. Neben den
Kameraden aus Afiesl rückten die Feuerwehren St. Stefan, Schönegg und Piberschlag an.
Unterstützt wurden sie von der Einsatzführungsunterstützung (EFU) Haslach. Das Rote Kreuz
nutzte die Gelegenheit ebenfalls, um das Zusammenspiel mit den Feuerwehren zu üben, und war
mit sechs Fahrzeugen und 15 Sanitätern vor Ort. Damit waren gleich mehrere Organisationen
gefordert, ihre Abläufe aufeinander abzustimmen.
Bei der Ankunft der ersten Kräfte war ein Mädchen bereits aus dem Fenster gesprungen. Die
Kameraden versorgten es sofort und brachten es aus dem Gefahrenbereich. Weitere Kinder
wurden über die Leiter gerettet. Währenddessen machten sich die Atemschutztrupps der
beteiligten Wehren bereit und begannen, das Gebäude nach Vermissten abzusuchen. Aus der
Luft verschaffte die EFU der Einsatzleitung mit einer Drohne einen besseren Überblick über die
Lage.Eine besondere Herausforderung war der Funkverkehr. Im Grenzgebiet zu Tschechien war
der Empfang lückenhaft, nicht jeder Funkspruch kam an, und die Abstimmung zwischen den
Einsatzkräften wurde dadurch erheblich erschwert. Zusätzliche Brisanz brachte der Hüttenwart
ein: Im Keller lagerten drei Gasflaschen. Nach intensiver Suche fanden die Trupps auch diese. Der
Brand im Heizraum war rasch lokalisiert, und bald hieß es „Brand aus“.Immer wieder trugen die
Einsatzkräfte Kinder ins Freie, wo sie von den Sanitätern des Roten Kreuzes betreut wurden. Ein
Hochdrucklüfter drängte den Rauch aus dem Haus und erleichterte die Suche nach den letzten
Vermissten. Die Atemschutztrupps durchkämmten die restlichen Räume und entdeckten die
letzten Schüler schließlich hinter den Betten. Gerade dieses Detail zeigte, wie gründlich jeder
Raum kontrolliert werden muss, weil sich verängstigte Menschen im Ernstfall oft verkriechen.
Insgesamt waren 81 Feuerwehrkameraden, davon 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 15
Sanitäter des Roten Kreuzes im Einsatz. Wir bedanken uns beim Roten Kreuz und bei den
Nachbarfeuerwehren für die gute Zusammenarbeit und hoffen, dass jeder Erkenntnis mitnimmt,
um im Ernstfall noch besser gerüstet zu sein. Denn wenn es wirklich brennt, zählt jede Minute,
und ein eingespieltes Zusammenwirken aller Beteiligten kann entscheidend sein.

Text: Michael Radinger
Fotos: Daniela Gaisbauer