Ein angenommener Kohlenmonoxid-Austritt im Hoteltrakt der Eidenberger Alm führte zu einer groß angelegten Evakuierung: Insgesamt 24 Personen mussten bei der Bezirksübung des Roten Kreuzes Urfahr-Umgebung aus dem Gefahrenbereich gerettet, medizinisch versorgt und anschließend in ein Übungskrankenhaus gebracht werden.
Für die Evakuierung aus dem Gefahrenbereich sorgten die Feuerwehren Eidenberg, Geng und Berndorf mit Atemschutz und Körpereinsatz. Danach übernahmen die Rettungskräfte. Sie versorgten und betreuten die Betroffenen, bereiteten die Verletzten für den Transport vor und brachten sie koordiniert ins Zielkrankenhaus.
32 Sanitäter:innen und drei Ärzt:innen im Einsatz
An der Übung beteiligt waren insgesamt 32 Rettungssanitäter:innen und Notfallsanitäter:innen des Roten Kreuzes und des Samariterbundes Feldkirchen sowie zwei Notärztinnen. Ebenfalls eingebunden waren das Team der Krisenintervention (KI), der Offizier vom Dienst (OvD) und ein leitender Notarzt, der in so einem Fall die Leitung im Team der Notärzte übernimmt. Im eigens eingerichteten Übungskrankenhaus im Gemeindeamt Eidenberg war Gemeindearzt Dr. Mertl im Einsatz.
Für die Versorgung und den Transport standen acht Rettungsfahrzeuge, zwei Übungs-Notarzteinsatzfahrzeuge, der LKW mit dem Sanitätsequipment sowie ein Rettungswagen des Samariterbundes Feldkirchen zur Verfügung.
Neues Mobiles Sanitätsequipment auf dem Prüfstand
Ein wesentliches Ziel der von Benjamin Gangl organisierten Bezirksübung war es, die neue Mobile Sanitätseinheit (MSE) unter realistischen Bedingungen zu beüben. Dazu gehörte insbesondere der Aufbau einer Sanitätshilfsstelle (SanHiSt), in der bei größeren Schadensereignissen mehrere Patient:innen strukturiert versorgt und für den weiteren Transport vorbereitet werden können.
Darüber hinaus trainierten die Einsatzkräfte die Anwendung der Patientenleittaschen (PLT) sowie die koordinierte Übergabe der Verletzten im Zielkrankenhaus.
„Solche Übungen zeigen uns, wie gut unsere Abläufe auch dann funktionieren, wenn in sehr kurzer Zeit viele Menschen Hilfe benötigen. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel aller Beteiligten. Genau das lässt sich nur unter möglichst realistischen Bedingungen trainieren“, erklärt Übungsorganisator Benjamin Gangl.
Dunkelheit und unsichtbare Gefahr
Das Szenario stellte die Einsatzkräfte vor mehrere Herausforderungen. Neben den engen Platzverhältnissen am Übungsort und der einsetzenden Dunkelheit erschwerte vor allem die angenommene unsichtbare Gefahrenzone durch das ausgetretene Kohlenmonoxid die Arbeit.
Die hohe Zahl von 24 Betroffenen erforderte gleichzeitig eine rasche und strukturierte Vorgehensweise. Ziel war es, sämtliche Verletzten innerhalb kürzester Zeit zu retten, medizinisch zu versorgen und in das Übungskrankenhaus zu bringen. Gleichzeitig musste auch die Betreuung von leicht verletzten und unverletzten Betroffenen sichergestellt werden.
„Bei einem größeren Einsatz dürfen wir nicht nur die Schwerverletzten im Blick haben. Auch Menschen, die körperlich unverletzt sind, brauchen oftmals nach einem belastenden Ereignis Unterstützung. Deshalb ist auch die Betreuung der Leicht- und Unverletzten ein wichtiger Bestandteil einer solchen Übung“, so Bezirksrettungskommandant Peter Haslinger.
Ein besonderer Dank gilt Familie Schütz von der Eidenberger Alm, die den Hoteltrakt und das Gelände rundherum für die groß angelegte Einsatzübung zur Verfügung stellte und damit realitätsnahe Übungsbedingungen ermöglichte.
„Eine Übung in dieser Größenordnung ist nur möglich, wenn viele Menschen und Organisationen an einem Strang ziehen. Ein großes Dankeschön gilt deshalb allen Beteiligten, den Feuerwehren und dem Samariterbund sowie ganz besonders Familie Schütz“, sagt Benjamin Gangl.
Bericht: Silke Pachinger
Fotos:OÖRK/Armin Eliskases














